startseite > ausstellungen > zipora rafaelov - zwischen figuration und narration
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Mit ihren Scherenschnitten fand Zipora Rafaelov zu einer Kunst, die sowohl grafische als auch bildhauerische Absichten in den Wirkungsweisen auf den Betrachter einschließt. Die Linien, die Schatten, das Licht sowie der Raum dazwischen und dahinter bilden zusammen ein Gewebe. Es fällt nicht leicht dieses Gewebe auf den ersten Blick zu enträtseln und das Motiv der jeweiligen Arbeit zu erkennen. Tatsächlich finden häufig die Umrisse nur langsam zum Dargestellten zusammen - es findet eine Gestaltwerdung im Werk der Künstlerin statt. Sinnlich, sogar verführerisch blicken uns Frauen an. Den Frauenakten sind Accessoires beigefügt, welche als ironisch-hintergründige Zitate aus dem Alltag gelesen werden können: eine Waschmaschine, ein Eimer oder ein Bügeleisen kommen neben den „Relaxing Women“ zur Darstellung. Die Haushaltsgegenstände lassen inhaltlich einen spannungsreichen Widerspruch entstehen zu dem sich zunächst harmonisch vermittelnden Eindruck dieser aktuellen Werkgruppe.

In anderen Scherenschnitten der Künstlerin wohnen wir traumähnlichen Begebenheiten bei, in denen Kinder inmitten von Blumen ganz in ihr Tun versunken sind. Mit diesen Werken führt uns Rafaelov zurück zu einem traumhaften Erleben von Kindheitserinnerungen. Als würden wir in einem Märchenbuch blättern, das wir verloren glaubten und nach Jahrzehnten wiederentdeckt hätten.

Zipora Rafaelov studierte am Institut für Schöne Künste in Bat-Yam, Israel und an der Kunstakademie in Düsseldorf. Sie lebt und arbeitet in Düsseldorf und Tel-Aviv. Ihre Werke werden international präsentiert und befinden sich in zahlreichen Museen und Kunstsammlungen. 2014 erhielt die Künstlerin für ihre unverwechselbare Bildsprache den Rheinischen Kunstpreis.