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Wolfgang Neumanns gegenständliche Bilder spiegeln die reale und die in den Medien dargebotene Welt in ihrer Absurdität wider. Der 36-jährige Künstler vermittelt souverän zwischen Ulk und Alptraum, zwischen modischen und kafkaesken Universen. Mit seiner grellbunten Malerei voller skurriler Details, durchsetzt von abwegigen Brüchen in den Erzählsträngen und einem in den Bildtiteln aufscheinenden Sprachwitz, unterhält er den Betrachter auf hohem Niveau gleichermaßen wie auf der Sitcom-Ebene. In der surrealen Überblendung von Raum und Zeit, Fiktion und Realität vermag er zugleich eine Zwischen- oder Parallelwelt zu schaffen, die er mit der Dreistigkeit eines Harlekins oder dem Orakel eines Desillusionisten als die eigene begrüßt und mit dem gesunden Menschenverstand als künstlerische, sprich künstliche Welt verabschiedet. Im vergangenen Jahr entstand eine ganze Reihe von Circus-Motiven, eine Thematik, die auch den von ihm geschätzten Expressionisten am Anfang des 20. Jahrhunderts geläufig war. Die Clowns, Akrobaten und Dompteure bindet der Künstler auf zeitgemäße Weise ohne Sentimentalität in seinen mit Metaphorik aufgeladenen Bilderkosmos ein. Seine Malerei baut er mit einer Mischtechnik aus Acryl, Sprühlacken und Ölfarbe auf, hier wechseln sich spontan entstandene Stellen mit meisterhaft durchgearbeiteten Partien ab. In der galerie grandel werden zudem Tuscheblätter und Radierungen präsentiert, die den Künstler als versierten Zeichner und Grafiker ausweisen. Alle Arbeiten von Wolfgang Neumann werden mit speziellen Wortgeschöpfen als Titel versehen, die zu den visuellen eigene sprachliche Assoziationsmöglichkeiten liefern.