Schuhe, Musikinstrumente, Marionetten, Münzen, Büsten, Bücher, Uhren, Skulpturen, Spielkarten sind nur einige der Gegenstände, die in Michael Lassels Ölgemälde ein eigenes Leben führen und seinen gewählten Lebensweg auf der Leinwand zum Ausdruck bringen. Die Aneinanderreihung von Gegenständen des Alltäglichen und Motiven der Kunstgeschichte sowie der Kunst selbst, verleiht der abgebildeten, täuschend echten Wirklichkeit, einen neuen Wahrheitsgehalt, eine neue Symbolik, die weit über das Sichtbare hinausreicht. In ein und demselben Bild treffen sich in einer Anhäufung von Objekten, Epochen, Kunstrichtungen, Vergangenheit und Gegenwart, allgemeingültige Bedeutungszusammenhänge mit der Vergänglichkeit, die realitätsnahe Abbildung und die Illusion, die Ernsthaftigkeit der Themen mit der Ironie in der Auseinandersetzung damit. Phantasie, Technik, Vollkommenheit, Sorgfalt für die Details, versteckter Sinn, zahlreiche kulturelle, historische und mythologische Bezüge sind Argumente dafür, dass Lassel als Meister der zeitgenössischen Trompe l’oeil Malereibetrachtet wird. Sind das alles ohne Absicht liegengelassene Gegenstände? Spielerisch für uns inszeniert?