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Ausschnitthaft und in starker Vergrößerung sind Rohre, Bänder und Verbindungsstücke wieder gegeben, dabei ist die Komposition häufig ohne Begrenzung und öffnet den Bildraum über die Wände hinweg: „Oft und gern verwende ich das quadratische Grundformat, das meinen Fragment-Motiven sehr entgegenkommt. Fragmentarische Formfindung ist aber auch etwas Unvollkommenes. Das genaue Hinsehen wird vom Betrachter gefordert und er kann die eigenen Sehgewohnheiten ergänzen, d.h. das Sichtbare mit dem Unsichtbaren verbinden. Die Ausschnitthaftigkeit entwickelt ein eigenständiges Formelement.“

Die dargestellten Objekte lassen sich somit nicht als Abbildungen identifizieren: „Während des Gegenstandsprozesses nehmen nicht mehr die naturalistischen Abbildfunktionen, die der Perspektive, Farbwahl oder illusionistisch gemalten ‚Dinge’, eine vordringliche Rolle ein. An ihre Stelle treten die bildnerischenMittel als die ‚wahren Bildgegenstände‘. Es entsteht eine individuelle, konstruierte ‚Wirklichkeit’, wobei der Ursprung die reine Form ist, anstelle des realen Gegenstandes.“

Marita Mattheck gelingen Bildfindungen, in denen Form und Raum autonom eingesetzt sind und in denen ein davor oder dahinter frei variiert werden:„Meist sind die Formen schwarz und lassen den Untergrund durchscheinen. Somit entstehen Brüche zur Wirklichkeit. Der entstandene Raum wird überarbeitet und nach Adäquaten für Licht und Schatten sowie eine neue Raumstrukturierung gesucht. So fügen sich Linienkonstrukte um oder auf die Formen ein, aber auch größere Flächen können diese Funktionen übernehmen. Veränderte Perspektiven können so zu Irritationen führen. Die Gewohnheit des Sehens wird gestört. Es entstehen Räume, die gedanklich ausgefüllt werden können, sie assoziieren Ruhe oder auch Dynamik, Gewohntes und Ungewohntes, Ortsunabhängigkeit, Atmosphärisches.“