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Den Ausgangspunkt für das Konzept der Ausstellung „Linie Zeichen Raum“ bilden die Werke des Künstlers Ymer Shaqiri. Shaqiri, der sich Anfang der achtziger Jahre an der Belgrader Kunstakademie ausbilden ließ, setzt tiefschwarze Rechtecke, die vor dem weiß des Papiers zu schweben scheinen. Zusammen mit feinen Tuschelinien und sensibel aquarellierten Flächen bildet der Künstler eine vage Räumlichkeit, die den Betrachter über das Drinnen und Draußen rätseln lässt. Die beunruhigende Stimmung, die diese Räume spüren lassen, erhebt die schwarzen Elemente zu mahnenden Zeichen.

Gegenüber verbinden sich kleinste mit Kohle gesetzte Linien und Schraffuren zu hyperrealistischen Porträts und Landschaften.

Die Bilder mit der Wirkung von Schwarzweißfotografien stammen von Istvàn Csáki und haben persönliche Erinnerungen zum Anlass. Mit den Begrenzungen seiner Motive beschreibt Csáki geometrische Formen und verleiht seinen Werken damit einen zeichenhaften Charakter.

Dazwischen vermittelt eine Skulptur von André Wischnewski. Die Werke Wischnewskis lassen den Ursprung ihrer Formensprache innerhalb der Elemente der Graffiti-Kunst verorten. Dass Wischnewski seine eigenen typografischen Gesetzmäßigkeiten fand, unterstreicht er mit den Formulierungen durch den Gaphitstift auf seiner Bildhauerei. Die Zeichen von Macht zitiert Vanessa May mit ihrer Kunst. Mit Vervielfältigungen, Verdichtungen und Abstrahierungen der Symbolsprache politischer Kunst rezipiert und strapaziert die Künstlerin deren Bedeutungsgehalt. Mit ihrer Bildhauerei provoziert May die Grenzen der Lesbarkeit von Symbolen.

Zwischen Bild und Installation sowie zwischen Text und Abbildung bewegt sich das Werk von Philipp Morlock. Die blasse Reproduktion eines selbstgeschaffenes Symbols, eines Bootes mit einem Betonbunker darin, ergänzt um ein niedergeschriebenes Filmzitat, wird zu einer stillen Allegorie für das Leben.