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Jürgen Liefmanns Malduktus der konzentriert gesetzten Pinselstriche wurde vor Jahren abgelöst von einer fl ächigen Malerei. Die Farbfl ächen können das gesamte Papier einnehmen oder den Blick auf das Weiß dazwischen freigeben. Bestimmend ist für den Berliner Künstler auch weiterhin eine kompromisslos konsequente Strategie der Klärung und Vereinfachung seiner Malerei. Auf verschiedene Weise arbeitet Liefmann mit den Parametern von individuellem Format und gewählter Bildgröße, eigenwilliger Aufteilung und Strukturierung der Fläche, Nähe und Distanz sowie sensibler Schichtung. Redundanzen entstehen bewusst, als Zitate sowie Reflexion über die eigene Kunst und enthalten zeichnerisch gesetzte Elemente.

Diese Arbeiten wirken durch ihre naturhafte Lebendigkeit und sind sowohl Impression als auch Expression. Gerade durch die minimalistische Haltung bewegen diese Kompositionen den Betrachter emotional. Jedoch ist diese Kunst zugleich nüchtern refl ektierende Erfahrung. „Ich wollte immer einfach Bilder malen. Mein Malen und Zeichnen war (ist) immer ein Justieren der Entfernung zu dem „Objekt“, das dargestellt sein will. Das Einfache ist keine Reduktion. Es ist ein Stellvertreter in der Bildwelt. Da die Bilder eine das Leben, das Denken und Handeln begleitende Funktion haben, bewegen sie sich oft zwischen einer statischen Erscheinung und einer gestischen Bewegung, zwischen Sprachlosigkeit und überraschender Redseligkeit. Zu dem Justieren gesellen sich handwerkliche Notwendigkeiten, das Tempo des Malvorgangs, die Größe des Formats, die Wahl der Farben. Es ist ein komplexer Vorgang, der nicht in Erscheinung treten soll.“