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In der Nahsicht ergeben viele kleine gemalte Flächen das Motiv. Die einzelnen Farben erscheinen mit einander zu verschwimmen, wie bei einer durch ein Bildbearbeitungsprogramm zu hoch aufgelösten Fotografie. Damit sind bereits zwei Quellen der Kunst Joeggu Hossmanns genannt: die Fotografie und der Mensch, der etwas mit diesen Bildern macht.

Der Schweizer Künstler greift ebenso auf Reiseeindrücke zurück, wie auf den unerschöpflichen Bildvorrat des Internets. Häufig kommen öffentliche Räume zur Abbildung. Einkaufszentren, Plätze oder Strände bieten Hossmann die Möglichkeit Situationen momenthaft zu dokumentieren und auf künstlerische Weise zu kommentieren. Der gesellschaftskritische Kommentar ist ein auffällig oder sinnfällig addierter Bildinhalt. Augenscheinlich gerät uns die Zusammenstellung an Motiven collageartig, wenn diese eine wenig reale Komposition einschließt.

Der digitalen Bildästhetik begegnet Hossmann mit einer zurückgenommenen Farbskala. Dem visuellen Überangebot des World Wide Web widersprechend setzen seine Gestaltungsmittel auf eine Fokussierung des Surrealen im alltäglichen Zusammenleben. In seinen Werken verschwindet die Wirklichkeit als Ereignis, indem der Künstler selbst zum Motiv eine Distanz schafft. Hossmann zeigt uns, dass wir heute nicht mehr unsere Umwelt selbst beobachten, sondern nur noch Abbilder einer Welt, die ein Bildschirm für uns erzeugt. Diese Gemälde sind Selbst- und Gesellschaftskritik – sowohl inhaltlich als auch formal.

Im Jahr 2013 verstärkte der junge Thuner seine Ausstellungstätigkeit. Seither werden die Werke Joeggu Hossmanns überregional in Galerien sowie auf Kunstmessen in der Schweiz und in Deutschland gezeigt.