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Jochen Schambeck ist Maler, doch der Entstehungsprozess seiner Werke kommt dem Schaffen eines Bildhauers nahe. In seinem Atelier stehen Dutzende von Eimern mit Ölfarbe. Schambeck greift in die Farbe und holt sie in Klumpen heraus. Die Farbe trägt er mit unterschiedlichen Techniken auf einen Holzgrund auf. Der Auftrag erfolgt durch kräftiges Werfen, durch das Malen mit den Händen oder durch das Setzen von Schlieren. Wird die Farbe auf den Bildträger geworfen, spritzt sie auseinander, wie bei einer Explosion. Es entsteht eine magnetisierende Ästhetik aus leuchtender Farbkraft und fixierter Wucht. In den Werken, in denen das Zufällige weniger zum Ergebnis beitragen soll, modelliert oder vermalt Schambeck das Material mit den Händen. Eher zufällig erhält die Ölfarbe dabei Formen, wird zu bunten Strudeln oder zu einem langgezogenen grünen Stiel, auf dem eine Art Tulpe ihre Blütenblätter zu öffnen scheint. Jochen Schambeck gibt der Farbe einen Körper und lässt sie wachsen. Alle Farben scheinen in seinen Werken geboren zu werden, um ein freies Leben zu führen, das keinem Zweck mehr dienen muss, außer vielleicht dem einen, die eigene anziehende Ästhetik zur eindrücklichen Empfindung zu bringen.
Jochen Schambeck (geb. 1964) studierte bei Prof. Horst Antes an der Kunstakademie Karlsruhe und an der Kunstakademie Stuttgart. Der Künstler lebt und arbeitet in Karlsruhe. In den letzten Jahren fanden seine Arbeiten mit der einzigartigen Malweise auch im internationalen Kunstbetrieb Beachtung.