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In seinen aktuellen Werken findet Hinrich Zürn zurück zum Ausloten des Themas Landschaft mit den Mitteln der Malerei. Zürns Malerei löst sich von der Malerei als Abbildung und zeigt Malerei als Malerei. Das Bildmotiv wird frei aufgefasst. Dabei entwickeln die Linien und Flächen, die beispielsweise Architektur, Bäume oder Landschaftsformen beschreiben, einen eigenen kompositorischen und malerischen Wert für die Arbeit. Die Körperhaftigkeit der Gegenstände sowie die Perspektive werden sekundär. Raum und damit Bildtiefe bestimmt der Künstler durch die Wahl der Farben und des Farbauftrags.

Bei aller spontan wirkenden Geste lässt Zürn den Pinselstrich niemals ganz frei. Bis hin zur aufgelöst, skizzenhaft wirkenden Wiedergabe des Hintergrunds oder einzelner Details im Bild bleibt die Setzung des Pinsel kontrolliert und in jedem Strich konzentriert. Denn häufig gilt es einzelne Linien im Werk zu betonen und damit die graphische Anlage des Bildgefüges zu vermitteln.

Die Dekonstruktion räumlicher Zusammenhänge - teilweise mit einem mehrfachen Wechsel der Perspektive - schafft beim Betrachter eine Verunsicherung. Er stellt schließlich fest, dass der Raum durch das Gefüge an Linien und Flächen, durch die sensible Farbskala und damit durch die Malerei selbst entsteht. In einigen Werken organisiert Zürn den Bildraum durch die Verdichtung von Linien und Flächen in einer Weise, dass diese Arbeiten geradezu eine Sogwirkung entfalten.