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Es war die gleichnamige Veröffentlichung des niederländischen Kulturhistorikers Johan Huizinga im Jahre 1938, die dazu beitrug, den Begriff Homo ludens in die wissenschaftliche Diskussion einzuführen. Homo ludens gilt heute als ein Erklärungsmodell, wonach der Mensch seine Fähigkeiten vor allem über das Spiel entwickelt: „Der Mensch braucht das Spiel als elementare Form der Sinn-Findung.“ Dieses Zitat aus der aktuellen Veröffentlichung „Der Mensch braucht das Spielen“ macht deutlich, warum das Spiel (lat. Ludus) Adam Lude Döring seit über einem halben Jahrhundert immer wieder zur künstlerischen Auseinandersetzung herausfordert. Schließlich wurde „Lude“ Teil seines Künstlernamens, denn geboren wurde er 1925 als Rudolf Döring in Dresden.

Die Mehrzahl seiner Werke wird von einem mal mehr, mal weniger sichtbaren linearen Quadratgitternetz gebildet. Die Hundertfelder, wie sie Döring selbst nennt, sind im Hintergrund anwesend und bestimmen dennoch die gesamte Komposition des Werkes. Zudem haben die Hundertfelder die Anmutung ein Spielfeld zu sein.

Das Gitter wirkt als würde es den Menschen auffangen und halten, in einem ganz zu Anfang weißen, leeren Bildraum, der nur die Unendlichkeit kennt. Andererseits bewirkt die Aufteilung des Bildraumes in kleine Quadrate, dass seine Figuren an Plastizität gewinnen. Der jeweils als Fragment, als Profil oder als Hand abgebildete Mensch - somit symbolhaft in den Bildzusammenhang eingefügt - bleibt rätselhaft. Mit philosophischem Ernst diskutiert Döring mit jedem seiner Werke die Unbenennbarkeit unserer Herkunft neu.