Axel Arndt (1941-1998) wäre am 9. März 2011 70 Jahre alt geworden. Die Galerie Grandel nimmt den Geburtstag des vielfältigen Künstlers zum Anlass, um ihn, Moritz Baumgartl (*1934), Adam Lude Döring (*1925) und Franz Sequenc (1938-2005) in der Ausstellung „LINIE - KONTUR - SYMBOL - ABBILD'' zusammen zu präsentieren. Seit Jahrzehnten waren Werke dieser Gruppe, die seit etwa 1970 als die Stuttgarter surreal-realistische Schule - kurz Stuttgarter Schule - bezeichnet wurde, nicht mehr zusammen zu sehen. Ihre Arbeiten befinden sich bereits seit langem in bedeutenden Sammlungen und Museen. Reinhold Weinmann, dem Kurator der Galerie Grandel, gelang es, eine umfangreiche Ausstellung aus den privaten Beständen der Künstler selbst sowie aus den künstlerischen Nachlässen in Familienbesitz zusammenzustellen. Daher werden von der Galerie Grandel dem Publikum bisher selten gezeigte Arbeiten präsentiert.
Die vier Künstler fanden Ende der sechziger Jahre des 20. Jahrhunderts zu eigenen Lösungen in der surreal-realistischen Kunst. In dieser Zeit waren ihre Werke ein Aufstand gegen die abstrakte Malerei. In den Jahren darauf entwickelte sich eine Sogwirkung auf andere Künstler und eine Vielzahl von Entwicklungen in der figürlichen Kunst nahm ihren Anfang. Neben der gegenständlichen Formel war es für diese Künstler insbesondere eine enge Freundschaft, die sie miteinander verband.
Außerdem verband sie die Empfindsamkeit für das visuell Wahrgenommene einerseits, für Traum und Vision andererseits sowie für die Schnittpunkte dieser Sphären. Schnittpunkte, an denen die Verfremdung anfängt. Es sind Anstrengungen, Empfindungen in das Schaffen einzubringen und beim Betrachter auszulösen. Gleichzeitig ist ihr Kunstschaffen auch der Versuch, das Unbewusste am Prozess der Kunstfindung teilhaben zu lassen.
Bei aller Prägnanz und Detailbesessenheit, welche dieser Gruppe ebenfalls eigen sind, wird Realität in ihrem Kunstschaffen verrätselt, um für uns, die ihre Arbeiten erleben, die individuelle Erfahrung noch greifbarer zu machen.